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BILDER VON FRAUEN

Forum-Theaterstück

Maia, Donna und Carmen sind drei Frauen, welche sich selbst als modern und emanzipiert empfinden; eine ist Single, die andere verheiratet und die dritte geschieden. Jede von ihnen muss in den unterschiedlichen Lebensphasen den gesellschaftlichen Rollenvorgaben für Frauen gegenübertreten; zugleich haben sie selbst diese Modelle verinnerlicht. In diesem Forum Theaterstück ist das Publikum eingeladen, die gesellschaftlichen und kulturellen Muster zu analysieren, von welchen diese Frauen beeinflusst sind. Des Weiteren geht es darum, die Geschlechterbeziehungen zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen, um die Ungleichheiten, die sich hier ergeben, zu überwinden. 

 

MADALENA-BERLIN

Frauen Theatergruppe 

Im Oktober 2010 trafen sich 20 Frauen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Hintergründen und Geschichten, um mit Unterstützung von Kuringa Berlin, dem Interkulturellen SUSI-Frauenzentrum und dem Rudi-Nachbarschaftszentrum an einer innovativen ästhetischen Erfahrung teilzunehmen: dem Madalena-Laboratorium. Erstes Ergebnis war Madalena OnStage, eine Veranstaltung mit Theaterperformance, Ausstellung, Poesie, Video und Fotografie.

Es blieb der Wunsch, die Diskussion fortzusetzen und ein Frauenkollektiv zu gründen. Ab März 2011 begannen einige dieser Frauen sich regelmäßig zu treffen und gründeten die Gruppe Madalena-Berlin.

Ergebnis eines spannenden Forschungsprozesses war das Forumtheaterstück Bilder von Frauen, in dem Bilder der Vorfahren (im Unbewußtsein der Frauen), Bilder von Zwang in Erziehung und Sozialisierung und Bilder der modernen Frau vorkommen. Ziel ist, gemeinsam mit dem Publikum die Rolle dieser Bilder im Alltagsleben zu analysieren und Alternativen zu dort identifizierten Situationen von Unterdrückung und Geschlechterungleichheit zu finden.

 

Das Madalena Laboratorium begann im Januar 2010 auf Initiative von Bárbara Santos, Kuringa im Theater der Unterdrückten, und der italienischen Theaterregisseurin Alessandra Vanucci. Im Rahmen dieser Erfahrung arbeiteten sie gemeinsam in Brasilien, Guinea-Bissau, Mosambik und Portugal, mit Unterstützung des Zentrum des Theaters der Unterdrückten Rio de Janeiro/Brasilien

Die Initiative zeigte die Notwendigkeit eines besonderen Raums, in dem die Besonderheiten der täglichen Unterdrückung von Frauen diskutiert werden können. Ein Raum nur für Frauen, in dem gegenseitiges Vertrauen gestärkt und wertgeschätzt wird und in dem das Bestreben nach der Überwindung sowohl von Schuld und Scham als auch von Wettbewerb stattfinden kann.

Alessandra Vanucci arbeitet weiter an dieser Erfahrung in einem Projekt der brasilianischen Universität UFOP. Bárbara Santos hat Madalena-Laboratorien in Berlin mit Kuringa, in Kolkata (Indien) mit Jana Sanskriti, in Wien (Österreich) mit TdU-Wien, in Barcelona (Spanien) mit L’Aranya Creació und in Lissabon (Portugal) mit GTO-Lx durchgeführt.

Teilnehmende dieser Initiativen sind inzwischen Multiplikator_innen geworden, die neue Laboratorien in Brasilien, Argentinien, Uruguay und Guinea-Bissau gestaltet haben. Im März 2012 fand ein Madalena Seminar am CTO-Rio (Brasilien) statt, um die Richtung und die internationale Vernetzung zu diskutieren.