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 II Internationales Ma(g)dalena Festival 

Theater der unterdrückten Frauen 

NEIN HEIßT NEIN 

13.-17. September 2017 

Uferstudios 1, Badstr. 41a, 13357 Berlin

KONZEPT 

Die Ma(g)dalenas sind ein internationales Netzwerk von Frauen mit Fokus auf Afrika, Asien und Lateinamerika, die durch Theater und Performance Sexismus, Rassismus und Ausgrenzung bekämpfen möchten. Die Gruppe wurde 2010 mit dem „Theater der unterdrückten Frauen Laboratorium“ in Rio de Janeiro und Berlin gegründet. Weitere Treffen fanden in Brasilien, Guinea-Bissau, Mosambik und Indien im selben Jahr statt. 

Das Forumtheater stellt eine grundlegende Technik des Theaters der Unterdrückten dar. An erster Stelle wird mit einer szenischen Repräsentation die reale Problematik in Form einer Fragestellung vor dem Publikum eingeführt. Danach sind die Zuschauer eingeladen, die Bühne zu betreten und in die Rolle der Protagonistin zu schlüpfen um in die dramatische Handlung einzugreifen und dabei konkrete Alternativen zur Transformation der inszenierten Realität auszuprobieren. 

Das Theater der Unterdrückten ist eine künstlerische Methode, welche die Veränderung einer bestimmten Realität mit ästhetischen Mitteln anstrebt. Dabei wird eine kritische Beobachtung der Realität stimuliert und mit dem Einnehmen einer Position dieser gegenüber eine Bewusstwerdung und eine konkrete Handlung produziert. Dafür wird die Barriere zwischen Bühne und Publikum eliminiert und ein freier Austausch in einem offenen und demokratischen Dialog über Handlungsalternativen etabliert. 

Der Fokus des Festivals richtet sich auf „Nein heißt Nein“ und steht im Kontext des neuen Gesetzes, das im November 2016 in Deutschland verabschiedet wurde. Ma(g)dalena Berlin debattiert in dem legislativen Theaterprojekt „Nein heißt Nein“ die Bedeutung des Neins einer Frau und hinterfragt warum dieses Nein so oft als ein verführerisches Spiel, Entscheidungsunfähigkeit oder gar als ein Ja interpretiert wird.

 

BETEILIGTE 

Dieses Jahr treffen sich über 100 Frauen aus Brasilien, Guatemala, Argentinien, Mexiko, Guinea-Bissau und Europa zum II Internationalen Ma(g)dalena Festival - Theater der unterdrückten Frauen. 

Das Programm beinhaltet Forumtheater, legislatives Theater, Performances, Diskussionsrunden und Interventionen im öffentlichen Raum. Jeder Tag des Festivals wird sich auf ein Thema konzentrieren. Feminism and Racism, Violence Against Women, HIV-positive Women Networks and Sexuality, Gender Constructions und No Means No sind die Rahmen, in denen die Gruppen ihre Arbeit präsentieren werden. Tanz- und Musikperformances sind auch ein Schlüsselelement für das Zusammenkommen. 

Zum Beispiel sind die Rainhas do Norte, die ein Konzert am letzten Abend des Festivals geben werden, aus der Faszination für die Musik aus dem Nordosten Brasiliens – insbesondere die Trommelmusik der Karnevalsgruppen aus Recife – heraus geboren. Von diesem Ursprung hat die Band die Charakteristik beibehalten, ihr Klangfundament ausschließlich auf Perkussionsinstrumente und Stimmen aufzubauen. Das musikalische Spektrum hat die Band trotzdem erweitert. Die Multimusikalität Berlins, das Experimentieren mit Rhythmusinstrumenten anderer Herkünfte sowie ein Sprung aus der gängigen Textthematik geben den Rainhas do Norte ihren besonderen touch. 

Schwarz, Black, Preta ist eine Produktion der Theatergruppe Madalena-Anastácia, die sich seit Anfang des Jahres unter der Regie von Bárbara Santos und mit der Koordination von Uriara Maciel trifft. Die Gruppe untersucht die intersektionalen Diskriminierungen, die Schwarze Frauen erleben und die wirkliche Herausforderungen für deren alltägliches Leben darstellen. Bei Madalena-Anastácia soll ein ästhetischer, demokratischer und dynamischer Raum geschafft werden, in dem Schwarze Frauen sich als Schöpferinnen von Kunst, Wissen und sozialen Veränderungen erkennen können. 

Am Sonntag den 17. September werden alle beteiligite Gruppen den öffentlichen Raum interventionieren. Die ästhetische Intervention ist offen für alle.